Aggregatoren fressen Ihren Gewinn auf
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- Autor : Das Team von FoodSoul

Aggregatoren fressen Ihren Gewinn auf
Aggregatoren sind oft der erste Schritt für neue Lieferdienste. Das ist wirklich praktisch. Die Registrierung nimmt nur wenig Zeit in Anspruch, der Start erfolgt schnell und die ersten Bestellungen können bereits in den ersten Tagen eingehen. Für den Anfang sieht das nach einer einfachen und nahezu risikofreien Lösung aus.
Für viele Unternehmen werden Aggregatoren im Laufe der Zeit zur Hauptquelle für Kunden. Ein großer Bestellfluss scheint ein offensichtlicher Vorteil zu sein. Doch hinter dieser Bequemlichkeit verbirgt sich ein ernsthaftes Risiko. Das Unternehmen gerät leicht in Abhängigkeit von der Plattform und verliert einen erheblichen Teil des Gewinns.
Vor- und Nachteile von Aggregatoren
Vorteile:
- einfacher und schneller Start;
Zugang zu einem breiten Publikum, das bereit ist, Bestellungen aufzugeben;
anfängliche Promotion ohne Investitionen bei einigen Aggregatoren;
Möglichkeit, neue Menüpositionen zu testen;
schneller Aufbau einer ersten Kundenbasis.
Nachteile:
hohe Provision für Bestellungen, im Durchschnitt 20–30%, die oft einen großen Teil des Nettogewinns einnimmt;
nach dem Ende der kostenlosen Promotion verliert die Lieferung allmählich an Sichtbarkeit in den Suchergebnissen;
um in die Top-Positionen zu gelangen, ist eine bezahlte Promotion innerhalb des Aggregators erforderlich, die sich nicht immer auszahlt.
Ein wenig Mathematik
Betrachten wir ein einfaches Beispiel.
Der durchschnittliche Bestellwert beträgt 20$. Etwa 65% dieser Summe gehen für Produktion, Gehälter, Miete, Steuern und andere Ausgaben drauf. Der Nettogewinn beträgt etwa 7$, wenn die Bestellung direkt, ohne Werbung und ohne Aggregator, eingeht.
Nun fügen wir einen Aggregator hinzu. Zu den gleichen 65% Ausgaben kommt eine Provision von etwa 20% hinzu. Das Ergebnis ist, dass von einer Bestellung über 20$ etwa 3$ Nettogewinn übrig bleiben, also etwa 15%. Das ist bereits weniger als die Hälfte des ursprünglichen Gewinns. Wenn zusätzlich Werbung innerhalb des Aggregators auch nur zum Mindestpreis, zum Beispiel 1,5$ pro Bestellung, hinzugefügt wird, sinkt der Nettogewinn auf 1,7$. Bei einem geringeren durchschnittlichen Bestellwert wird die Bestellung leicht unrentabel.
Ob ein solches Ergebnis die erhaltenen Vorteile wert ist, liegt bei Ihnen zu entscheiden.
Welche Lösungen gibt es?
1. Preise erhöhen und niedrigmarginale Positionen aus dem Aggregator entfernen
Allerdings gibt es bei diesem Ansatz Einschränkungen. Eine erhebliche Preiserhöhung macht das Angebot weniger wettbewerbsfähig. Eine geringfügige Erhöhung kompensiert die Verluste durch die Provision dennoch nicht.
2. Eigene Website und App entwickeln
Dies ist die vielversprechendste Option. Sie erfordert Zeit und Mühe, ermöglicht es jedoch langfristig, eine eigene Kundenbasis aufzubauen und die Abhängigkeit von Aggregatoren zu verringern.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Kunden des Aggregators dem Aggregator gehören. Wenn Sie sich einfach von der Plattform abmelden, wird das Publikum nicht automatisch zu Ihnen wechseln.
Eigene Website und App für Lieferungen ohne Entwicklungskosten
FoodSoul ist eine Plattform für den Start und die Entwicklung von Lebensmittel- und Blumenlieferungen. Wir erstellen kostenlos Websites und mobile Apps ab 3 Tagen und bieten ein einheitliches Softwarepaket für die Verwaltung von Bestellungen und deren Lieferung. Unterstützung und Updates auf der Plattform werden ebenfalls kostenlos bereitgestellt. Arbeitsbedingungen: ein kleiner Prozentsatz von jeder bestätigten Bestellung.
Unterschied im Kundenverhalten
Kunden von Aggregatoren:
sind oft auf Preis und Geschwindigkeit ausgerichtet;
wechseln leicht zum Konkurrenten bei der ersten Aktion;
zeigen selten Markentreue.
Kunden, die über die Website oder App bestellen:
kommen häufiger für Nachbestellungen zurück;
geben Bestellungen mit einem höheren durchschnittlichen Bestellwert auf;
nehmen aktiver an Bonusprogrammen und Aktionen teil;
interessieren sich für Neuheiten und Angebote der Marke.
Daher ist die Umstellung der Kunden von Aggregatoren auf eigene Vertriebskanäle eine strategisch vorteilhaftere Lösung.
Wie man Kunden auf die Website oder in die App umleitet
1. Entwickeln Sie spezielle Angebote für Gäste, die von Aggregatoren auf Ihre Plattform wechseln.
Zum Beispiel: „15% Rabatt auf alles bei Bestellung über die Website!“, „10% Rabatt auf die erste Bestellung auf der Website mit dem Promo-Code ERSTE“, „Wir schenken eine Rolle bei einem Einkauf ab 20$“.
2. Bereiten Sie Flyer mit diesen Angeboten vor und legen Sie sie jeder Bestellung vom Aggregator bei.
3. Richten Sie ein Bonussystem auf der Website ein, damit es sich für den Kunden lohnt, zurückzukehren.
4. Entwickeln Sie weiterhin eigene Kanäle. Starten Sie Werbung, platzieren Sie sich in lokalen Gemeinschaften, aktualisieren Sie regelmäßig Aktionen und Angebote.
Fassen wir zusammen
Aggregatoren sind an sich kein Übel. Es ist ein Werkzeug, das klug eingesetzt werden muss.
Wir empfehlen, sich an folgende Prinzipien zu halten:
Betrachten Sie Aggregatoren als Quelle für neue Kunden;
Leiten Sie diese Kunden auf die Website und in die App um, um eine eigene Zielgruppe zu bilden;
Nutzen Sie den Aggregator eher als Werbekanal und nicht als Hauptquelle für Gewinne;
Vermeiden Sie unüberlegte Werbung innerhalb der Aggregatoren;
Streben Sie nach einem eigenen Kurierdienst für mehr Kontrolle und Kostensenkung.
Ein kluges Gleichgewicht zwischen Aggregatoren und eigenen Vertriebskanälen ermöglicht es, den Gewinn zu erhalten und ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen.
